Lebensspiegelungen
 
Abweisend
 
Dein Blick ist abweisend
Und schweigend
Beschuldigt mich
Und stößt ab
Trotzdem sprichst du

Von Liebe

Und Zusammengehörigkeit
                                                                               
           
                                                      

An einem Abend bei Silbermond

 
Eigentlich wollten wir
An einem Abend bei Silbermond
Vom Himmel Sterne pflücken
Aber dann hatte es uns
Nachbars Garten angetan
Statt Sterne zu pflücken
Haben wir Kirschen geklaut
                                                                                     
 
                                                        
Ausgefallener Sex
 
Sie taten es
Seit geraumer Zeit nicht mehr
Trotzdem prahlten sie
Vor allen
Voller Stolz
Und ohne Scham
Sie hätten ausgefallenen Sex
                                                                                    
            
 
Danach …
 
Nach dem Winterschlaf
Erwischte mich
Die Frühjahrsmüdigkeit
In aller Frische
Träumte ich
Den ganzen Sommer lang
Von kommenden Herbst
                                                               
 
                                                                       
Egoisten leben …
 
Egoisten leben länger
Weil sie ein Leben lang
Nur ihr eigenes Ich
Lieben
Liebesenttäuschungen
Sowie seelischer Schmerz
Sind für sie unbekannt
                                                                                    
                
 
Gefrorenes Lächeln
 
 
Ein Lächeln
Das am Abend
Eingefroren wird
Kann man morgens
Nicht so leicht auftauen

Und so tun

Als wäre nichts passiert

                                                                           

 

 
Irrtum
 
Sie alle
Irrten sich gewaltig
Als sie dachten
Ich sei über meinen
Schatten gesprungen –
In Wirklichkeit bin ich
Über ihren gestolpert
                                                                 
               
 
Karger Boden
 
Auch karger Boden gedeiht
Nicht im Überfluss
Aber gerade genug
Um geliebt zu werden
Die Menschheit an sich zu binden
Von ihr anerkannt
Und Heimat genannt zu werden
                                                                                

 

                          

Morgenidylle
 
Ich liebe die Ruhe des Morgens
Die Luft ist noch frisch und rein
Die Vögel zwitschern
Fröhlich und ausgelassen
Die Idylle möchte ich nicht zerstören
Mit meinem Dasein

Deshalb stehe ich gar nicht auf

                                                                                
               
                                                                              
Vernissage
 
Sie folgen immer gerne
Den Einladungen
Zur Vernissage
Um gesehen zu werden
Zum Tratsch und dem Glas Sekt
Der Künstler und sein Werk
Sind für sie Nebensache
 
 

 

Von ... bis
 
Vom Traum
Bis zum Trauma
Ist man nur einen Schritt entfernt
Im Traum malt man sich
Eine schöne Welt
Im Trauma ist
Die schöne Welt zerstört
                                                                          
                             
                                                                     

Wer

 
Wer Dornen sät
Der soll sich
Nicht wundern
Wenn er
Als Früchte
Den Hass und den Groll
Erntet
 

 

 

Engelsdorfer Verlag

ISBN 978-3-86268-734-3

96 Seiten

Jahr 2008

8,99  €